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Das Ziel, das jeder Trachtenverein ansteuert, ist es, einmal das Fest seines Gaues auszurichten. So auch Konstein. Im Sommer 1969 stand es endlich fest: Konstein wird im Juli 1970 das 46. Gautrachtenfest des "Donaugaues" ausrichten.

Ein Jahr unzähliger organisatorischer Aufgaben und dauernder Bemühungen in den Tanz-, Plattler- und Musikgruppen begann. Über all den Anstrengungen schwebte die bange, jedoch zuversichtliche Frage: Wird das Fest ein Erfolg werden? Ein Erfolg? - Es wurde ein Riesenerfolg!

Nach langen mühseligen Vorbereitungen konnte am Freitag den 17. Juli 1970 das 46. Donaugautrachtenfest abends um 20 Uhr eröffnet werden. Der Festausschuss mit dem 1. Vorstand Josef Wurscher und insbesondere mit dem Festleiter Erich Kögler hatten organisatorische Schwerstarbeit geleistet und den Ablauf des Festes bestens organisiert.

Viele prominente Gäste hatten sich zum 46. Donaugautrachtenfest in Konstein eingefunden. Die Schirmherrschaft hatten Altlandrat Hans Pappenberger und der Seniorchef der Phönix Glashütte, Josef Meißner, übernommen; natürlich war auch Landrat Regler bei den Veranstaltungen in Konstein anwesend, dazu kamen die Bundestagsabgeordneten Richard Stücklen und Manfred Schmidt aus München, der als Absolvent des Eichstätter Willibald-Gymnasiums seine alte Heimat nicht vergessen hat. Auch zahlreiche Bürgermeister der umliegenden Gemeinden und Kreisräte waren nach Konstein gekommen.

An den drei Tagen sorgte bei den Umzügen und im Bierzelt die Festkapelle unter der Leitung von Franz Krizek für flotte Weisen und gute Stimmung. Mit dem Bieranstich und einem Heimatabend wurde das dreitägige Fest der Trachtler in Konstein eingeleitet; auswärtige und die Konsteiner Heimatfreunde trugen durch verschiedene Einlagen zur Unterhaltung der Gäste bei.

Heimatabend mit reichhaltigem Programm

Den ersten Höhepunkt erlebte das Fest am Samstag. Schon am späten Nachmittag wurden die ankommenden Vereine musikalisch begrüßt und ins Zelt geleitet. Besonderes Hallo gab es, als der Schweizer Jodlerclub aus St. Gallen mit einem großen Bären und seinen malerischen Trachten und drei Alphörnern ankam. Weiter wurden mit Ständchen begrüßt der Patenverein aus Kipfenberg, die Schirmherern Hans Pappenberger und Josef Meißner, Gauvorstand Johann Strobl und andere auswärtige Vereine, die schon am Samstag in großer Zahl das Festzelt füllten, so daß dort bald eine drangvolle Enge herrschte und durch das Zusammenrücken die abendliche Kühle leichter zu ertragen war.

Festleiter Erich Kögler leitete den Heimatabend mit einem Grußwort ein und hieß die Ehrengäste und die Gauvorstandschaft, den Patenverein Kipfenberg, die Schweizer Trachtler aus St. Gallen, sowie eine Gruppe von Gästen aus Antwerpen herzlich willkommen.

Gauvorstand Hans Strobl dankte anschließend dem Konsteiner Trachtenverein dafür, dass er dieses Fest vorbereitete; Strobls Dank galt vor allem auch Bürgermeister Andreas Forster für die Unterstützung seitens der Gemeinde. Auch Schirmherr Pappenberger sprach den Konsteinern Dank für die Vorbereitung dieses Festes aus und forderte die Trachtenvereine auf, weiterhin altes Kulturgut zu pflegen und heimisches Brauchtum der Jugend zu vermitteln.

Bürgermeister Forster sagte, Konstein sei stolz darauf, dieses Trachtenfest abhalten zu können und dass der Trachtenverein so rege am gemeindlichen Leben mitwirkt.

Schirmherr Meißner sah es als eine Freude und Ehre für die Industriegemeinde und als Achtung vor den hier arbeitenden Menschen an, daß die Wahl für die Abhaltung des Trachtenfestes auf Konstein fiel.

Die beiden Schirmherren, der Patenverein Kipfenberg, der gastgebende Verein und die Gäste aus Belgien und der Schweiz wurden darauf mit Geschenken bedacht und dann konnte das große Programm abrollen, in dem die zahlreichen Vereine zeigten, was sie an alten Volkstänzen und Liedern, Gstanzln und Volksmusik pflegen und zur Freude dieses tausendköpfigen Publikums darboten. Ob es die Holledauer oder die Neuburger, die Kipfenberger oder die Konsteiner, die Grasheimer oder die Siegenburger, die Ansbacher oder die Alphornbläser aus der Schweiz waren, sie alle fanden ein dankbares, begeistertes Publikum; Xaver Neufeld aus Pfaffenhofen führte straff durch das Programm und überbrückte geschickt die einzelnen Darbietungen mit Humor und Witz, so dass auch zu vorgerückter Stunde beim Publikum die Aufnahmebereitschaft nicht erlahmte.

Gottesdienst und Totenehrung

Schon zeitig am Sonntag marschierte die Festkapelle zum Weckruf durch den Ort; wieder wurden die ankommenden Vereine mit klingendem Spiel empfangen, und mit flotter Musik zog man zum Kirchplatz, wo sich über 30 Fahnenträger im Halbkreis um den Altar im Freien scharten. Als H.H. Pfarrer Hutter den Gottesdienst feierte, der mit der Schubertmesse ausgestaltet wurde, standen unterhalb und seitlich vom terrassenförmigen Aufgang zur katholischen Kirche, viele hunderte Trachtler und Zivilisten. An den Gottesdienst schloss sich eine eindrucksvolle Totenehrung an der Gedächtnisstätte am Kirchplatz an, bei der Gauvorstand Johann Strobl Gedenkworte sprach.

Tausende beim Festzug

Am Nachmittag zeigte sich dann Konstein von seiner freundlichsten Seite. Die Felskulisse im Hintergrund bot ein imposantes Bild, blauer Himmel gab den freundlichen Kontrast zu den farbenfrohen Trachten, die Häuser waren mit Blumen, Fähnchen und Fahnen geschmückt. Mehrere Kapellen sorgten dafür, dass die 53 Vereine nicht außer Tritt kamen. Die Prominenz beim Festzug führten an: die Bundestagsabgeordneten Stücklen und Schmidt, Landrat Regler und Bürgermeister Forster, während die beiden Schirmherren Pappenberger und Meißner in einer Kutsche im Festzug mitfuhren. Der Trachtennachwuchs wurde von den freundlichen Konsteinern immer wieder mit Süßigkeiten bombardiert, die kräftigen Fahnenschwenker, die Schweizer Jodler und all die hübschen, wertvollen alten Trachten mit reichem Beifall belobigt.

Bei der sommerlichen Hitze werden schließlich alle froh gewesen sein, ein ruhiges Platzerl im Bierzelt gefunden zu haben, um den Durst bei einer Maß süffigem Wiesenbier löschen zu können. Immerhin war das Programm noch nicht zu Ende. Grußworte und Ehrentänze, die Verteilung von Ehrengaben und schließlich ein gemütlicher Ausklang mit nochmaligen Darbietungen der nimmermüden Trachtler folgten und ließen das Fest zu einem langen und positiven Kapitel in der Konsteiner Orts- und Vereinsgeschichte werden. Fazit: Nicht nur Konsteiner Glas hat einen guten Ruf, sondern auch die Konsteiner Feste tragen ein Gütezeichen, das zum Wiederkommen aufmuntert.


Trachtenverein beim Trachtenfest in Eichstätt

Nur zwei Jahre später konnte der Trachtenverein, nach einigen Terminschwierigkeiten und einer Vielzahl von Vorbereitungen, am 3./4./5.August 1972 sein 25-jähriges Vereinsjubiläum feiern.

Ein Platzkonzert der Trachtenkapelle "Schuttertaler" leitete die Feierlichkeiten ein. Bei der Begrüßung konnte 1. Vorstand Erich Weigl viele Ehrengäste, Freunde und Gönner des Vereins herzlich willkommen heißen. Im Verlaufe des Abends wurde die Ehrung der ehemaligen Mitglieder des "Burschenvereins Gemütlichkeit" die damals dem Trachtenverein beigetreten sind, vorgenommen.

Am Samstag kamen viele Gäste aus Nah und Fern, nach Konstein und das Festzelt füllte sich zusehends. 1. Vorstand Erich Weigl begrüßte alle anwesenden Vereine, die Vertreter des Donaugaues, die Bürgermeister aus Konstein und Wellheim, sowie auch Altlandrat Pappenberger und alle Festgäste, die zu unserem Jubiläum gekommen sind. Durch den Gauvorstand Hans Strobl konnte an 11 Vereinsmitglieder die silberne Vereinsnadel überreicht werden. Ein abendfüllendes Programm, zusammengestellt von Franzl Mühlbauer, wurde von allen Festbesuchern mit Begeisterung aufgenommen.


Festgottesdienst beim 25-jährigen Gründungsfest

Der Sonntag wurde mit dem Weckruf eingeleitet. Um 830 Uhr stellte man sich zum Kirchenzug auf. Den Festgottesdienst hielt H.H. Pfarrer Hutter. Nach der anschließenden Totenehrung marschierte man auf die Festwiese. Zum Festumzug, an dem sich 30 Vereine beteiligten, säumten viele Gäste die Straßen und waren von der Schönheit der verschiedenen Trachten begeistert. Nach der Rückkehr ins Bierzelt sprach Schirmherr Landrat Konrad Regler dem Verein seine volle Zuerkennung aus, dankte den Organisatoren und allen, die dazu beigetragen haben, dem Fest einen würdigen Rahmen zu verleihen und wünschte dem Verein für die Zukunft alles Gute und viel Erfolg. Nach den Ehrentänzen konnte jeder Verein ein schönes Erinnerungsgeschenk mit nach Hause nehmen.


Ehrengäste beim Festumzug

Am 03. Juni 1973 fuhr der Trachtenverein mit 81 Personen zum Bruderverein nach Bayrischzell. Pünktlich um 445 Uhr fuhr ein großer Bus und ein Kleinbus und um 500 Uhr fuhren die 5 Privatautos von Konstein ab. Über Hard-Biesenhard-Ingolstadt-München- Mangfalltal-Fischbachau-Erlbach, wo man gemütlich gut Mittag gegessen hat, ging die Fahrt weiter. Pünktlich um 1300 Uhr traf unsere Kolonne geschlossen in Bayrischzell ein. Durch die übergroße Anzahl an Vereinen und nach einigen zögerlichen Verhandlungen, einigte man sich, daß die "Schuttertaler" mit der Trachtenkapelle Konstein, den Donaugau anführen konnten. Mit Nummer 16 und 17 marschierte man dann ins Festzelt ein. Da im Festzelt für unseren Verein nicht genügend Platz vorhanden war, versammelte sich der Verein gleich nach dem Festzug, um so bald als möglich die Heimreise antreten zu können. Ein Lob gebührt allen Aktiven, die in sauberer und ordentlicher, einheitlicher Tracht auftraten.

1974 konnte beim Gau-Wertungsplattln bei der Jugend zum 3. Mal in Folge der Wanderpokal, der damit beim Trachtenverein bleibt, gewonnen werden.

Am 24. März 1975 wurde beim Amtsgericht Ingolstadt - Zweigstelle Eichstätt - der Heimat- und Trachtenverein "D´Schuttertaler" Konstein e.V. mit Sitz in Konstein in das Vereinsregister für Eichstätt eingetragen.

Zum ersten Mal konnte der Trachtenverein am 21. März 1976 das Gau-Wertungsplattln ausrichten. Dabei konnten die Konsteiner Teilnehmer zwei Gold-, elf Silber- und zwei Bronzemedaillen erringen.


Plattlergruppe beim Erntedankfest im Schreitmüllersaal

Während der Gauversammlung am 20. Mai 1977 wurde unser Vereinsvorstand Josef Wurscher mit dem Gauehrenzeichen in Silber ausgezeichnet.

Im vollbesetzten Schreitmüllersaal wurde im Oktober 1977 das 30-jährige Bestehen des Vereins gefeiert. Acht Trachtenvereine aus der näheren und weiteren Umgebung und die Singgemeinschaft gestalteten mit der Trachtenkapelle ein 3-stündiges Programm.

Nach einer langen Pause führte die Theatergruppe des Trachtenvereins am 28. Oktober 78 im Schreitmüllersaal mit dem 4-Akter "Die zwei Halbschönen" ein Theater auf.


Theatergruppe 1978

Unter der Leitung des Gau-Jugendleiters Hans Hutter und bei hochsommerlichen Temperaturen fand am 23. und 24. Juni 1979 am Galgenberg in Konstein für 245 Jugendliche das Zeltlager der Gaujugend statt.

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